Ein paar Tipps für Eltern

Was erwartet die Schule vom Schulanfänger?

Sicher nicht, dass das Kind lesen, schreiben und rechnen kann - dies zu vermitteln ist Aufgabe der Schule.

Bei den Anforderungen, die allgemein an den Schulanfänger gestellt werden, handelt es sich vor allem um solche, die das Lernen und Arbeiten innerhalb einer Gruppe gleichaltriger Kinder betreffen, wie sie der Klassenverband darstellt.

Dazu gehören insbesondere: Interesse am Lernen, Neugierde am Entdecken von Neuem, Fähigkeit, sich in eine Gruppe einzuordnen, Regeln zu beachten und eigene augenblickliche Bedürfnisse zugunsten von Gruppenzielen zurückzunehmen sowie ein gewisses Maß an Aufmerksamkeit, Ausdauer und Selbstständigkeit beim Arbeiten...

Eltern können viel zu einem guten, gelungenen Schulstart beitragen. Die nachfolgenden Anregungen wirken sich nicht nur in der Schuleingangsphase, sondern auch auf allen anderen Schulstufen günstig aus:
 

Es ist die wichtigste und - schönste - Aufgabe der Eltern, dass sie ein offenes Ohr für ihre Kinder haben. Wenn das Kind aus der Schule kommt, sollte es Gelegenheit haben, zu erzählen, was es bewegt. Eltern sollten es aber vermeiden, ihr Kind zum Erzählen zu drängen - es genügt, wenn es weiß, dass Verständnis und Interesse für seine Probleme und Erlebnisse vorhanden sind.
 

Wichtig ist es, das Bemühen des Kindes zu beloben - denn: Lob spornt an, Strafe macht Angst und Angst führt zu Schul- und Lernunlust. Die gute Eltern-Kindbeziehung darf nicht von den Noten in der Schule abhängig gemacht werden.
Und: Kinder in der Grundschule lernen nicht für das Leben oder für sich, sondern für die Menschen, die sie lieben und denen sie eine Freude bereiten wollen!
 

Zum Lernen selbst: Für seine Schulsachen braucht das Kind einen Platz, für den es verantwortlich ist, wo es Ordnung halten kann und der vor dem eventuellen Zugriff kleinerer Geschwister sicher ist.
Beim Erledigen der Aufgabe sollte es im Raum möglichst ruhig und - im Grundschulalter - die Mutter oder eine andere Bezugsperson in der Nähe sein, um dem Kind das Gefühl der Sicherheit zu geben.
Die Aufgabe kann vorher besprochen und nachher kontrolliert werden - erledigt soll sie vom Kind selbstständig werden.
 

Freizeit: Über das Hausaufgabeschreiben darf die Freizeit nicht verloren gehen - ausreichend Bewegung ist zum Ausgleich wichtig. Die Arbeitszeit zum Aufgabe sollte in der 1. Klasse eine Dreiviertelstunde nicht übersteigen.

Übertritt von der VS in eine HS/AHS

Einen weiteren wichtigen Einschnitt im Schulleben eines Kindes stellt der Übertritt von der Volksschule in den Mittelstufenbereich - Hauptschule, allgemeinbildende höhere Schule - dar. Folgende wichtige Veränderungen kommen auf ein Kind zu:
 

neue Klassenkameraden - neue Klassengemeinschaft

Fachgegenstände im Unterricht - Umstellung auf das Fächersystem, Unterricht durch fachbereichszuständige Lehrer

neue bzw. andere Unterrichtsgegenstände

Notwendigkeit, auf eine andere Art zu lernen

Umstellung auf einen neuen Lebensrhythmus

 

In dieser Umstellungsphase können Lern- und Erziehungsprobleme auftreten, ein vorübergehender Leistungsabfall, Lern- und Schulunlust beobachtet werden. Eltern helfen ihren Kindern bei dieser Umstellung, wenn sie

 

Verständnis für das Kind haben, dabei möglichst im "Hintergrund" bleiben und doch stets präsent sind,

bei einem Leistungsabfall nicht sofort in Panik verfallen, sondern dem Kind Zeit für die Bewältigung der Umstellungsanforderungen geben und

bei längerdauernden Leistungs- und Verhaltensproblemen unbedingt das Gespräch mit dem Lehrer bzw. Schulleiter führen, gegebenenfalls Diagnose und Beratung durch Schulpsychologen wählen. 

 

Auszug aus dem Wiener Schulführer